DIE PARADIESORGEL

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Nach einigen Jahren des Stillstandes entschieden sich der Gemeinderat und Bremsteller, zu versuchen, eine kleinere Orgel in der Nähe des Hohen Chores zu bauen, die in einem gewissen Maße die Funktionen sowohl der Westorgel als auch der Chororgel erfüllen und durch die Gemeinde selbst finanzierbar sein sollte. Der Auftrag wurde an die Firma Schuke vergeben und nach einer Wartezeit von fast einem Jahrzehnt wurde die Orgel endlich 1970 errichtet. Sie steht auf dem Sims eines Ganges über der "Paradiespforte", tief in das nördliche Querschiff zurückstehend. Die schöne Orgel ist gerade eben in der Lage, das Querschiff und die Vierung klanglich zu beherrschen. Da aber der Liturgie-Altar, der für den Gemeindegottesdienst benutzt wird, westlich der Vierung steht und der Lettner östlich davon, ist dies ein "toter" Bereich des Domes, in dem sich während des Gottesdienstes, ob im Hauptschiff oder Hohen Chor, niemand aufhält. Die Orgel kann in den restlichen Teilen des Gebäudes nur sehr verschwommen wahrgenommen werden. Das Gehäuse, sehr grob aus gebeizter Fichte gezimmert, wurde von dem Architekten Fritz Leweke aus Halle entworfen.

Die Orgel bleibt auch nach Vollendung der neuen Westorgel 2008 im Dom bestehen. Sie wird weiterhin gepflegt und zu Amtshandlungen, Andachten und kleinere Gottesdienste im Hohen Chor bespielt, sowie auch konzertant eingesetzt. Eine Neuanfertigung des Gehäuses in besserer tischlerischen Ausführung ist angedacht, sowie der Ersatz der gefährdeten Prospektpfeifen durch welche in stabilerer Zinnlegierung. Die Qualitäten dieser Orgel bleiben unbestritten; bei einer Reinigung 2010, notwendig nachdem archaeologische Grabungen im Dom die Orgel arg verschmutzt hatten, konnte die Versuche von 1994, die Orgel erheblich mehr Kraft zu geben, rückgängig gemacht werden. Sie wurde dann auch in einer ungleichschwebenden Temperatur (modifizierter Bach-Lehmann, welche gelegt wurden konnte ohne Abschneiden oder Anlängen von Pfeifen) neu gestimmt. 


Die Sanierung des Hohen Chores des Domes, welche ansteht, legt es nahe, darüber nachzudenken, die gesamte Orgel abzubauen, um weiter Schäden durch Baustaub zu vermeiden. Die Gelegenheit könnte man nutzen, um einige Verbesserungen an der Orgel durchzuführen: so denken wir im Vorstand des Vereins "Domorgeln Magdeburg eV". Dazu haben wir das PARADIES-PROJEKT ersonnen; erste Schritte sind schon vollzogen worden.

Wir halten die folgenden Maßnahmen für notwendig, angebracht oder wünschenswert, um unsere schöne Querhaus-Orgel für mindestens 50 weitere Jahren für den Dienst im Dom fitt zu machen und ihre vorhandene Klangpotential entfalten zu können:

- Abbau und Entsorgung des Orgelgehäuses, das gerissen und verseucht ist; Neubau nach gleichem Design mit geringen Verbesserungen.

- Ersatz der Prospektpfeifen, deren Standsicherheit nicht mehr zu gewährleisten ist und die optisch an der Hauptorgel anzupassen wäre, durch welche in Englisch Zinn (96%): 

Pedal Principal 16’, C-cis°, 14 Pfeifen
HW Principal 8’, C-h°, 26 Pfeifen 
RP Principal 4’, C-a’, 36 Pfeifen 

- Teilung der alten Schleife “Bifra 2f” im Pedal und Hinzufügung eine zusätzliche Registerzugmechanik; das vor vielen Jahren ausgebaute 4’ Register kommt darauf zu stehen. 

- Änderung oder Ersatz einzelner Zungenregister: 

Pedal: Trompete 8’ neu 
HW: Trompete 8’ neu,
Fagott 16 C-H neue Becher; Umintonation des gesamten Registers erledigt
RP: Krummhorn neue Becher erledigt
BW: Vox humana neu 

- Ersatz des Nassat 2 2/3 im Hauptwerk durch Quinte 2 2/3’ in offener Bauweise. erledigt 
- Ersatz des Salicional 4’ BW durch Nassat 2 2/3’ erledigt
- Verlagerung des Repetitionspunktes der Sesquialtera RP von g° auf c° erledigt


Hier können Sie die Disposition als .pdf herunterladen

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